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Gemeinsames Thema:
Frieden und Ökologie im Anthropozän
Wissenschaft: Global Denken
Wissenschaftspreis ab 2023 (mehr hier)
Bildung: Lokal handeln
Schülerpreise ab 2021/2022 (mehr hier)

Die HGB-Stiftung für Frieden und Ökologie im Anthropozän, dem Menschenzeitalter der Erdgeschichte, versucht ein gemeinsames Denken und Handeln über Frieden und Ökologie von Wissenschaftlern und Schülern zu fördern, das Wissenschaft und Bildung verknüpft und will damit auch die Nachhaltigkeit zwischen den Generationen unterstützen.

Wir Menschen und die Menschheit hat seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges durch zwei Entwicklungen erstmals die Existenz des Lebens auf unserem Planeten gefährdet:

  • durch die Entwicklung, den Bau, den Test und den Einsatz der Atombombe und
  • durch die große Beschleunigung der Entwicklung und des Verbrauchs von Ressourcen, was den von Menschen gemachten globalen Umwelt- und Klimawandel auslöste.

Prof. Paul J. Crutzen, der 1995 für die Entdeckung des Ozonlochs mit zwei Kollegen den Nobelpreis für Chemie erhielt, behauptete im Februar 2000 bei einer Tagung in Cuernavaca (Mexiko), Wir leben jetzt im Anthropozän, dem Menschenzeitalter, da wir Menschen erstmals durch den exponentiellen Anstieg der Verbrennung fossiler Brennstoffe (Kohle, Erdöl und Erdgas) durch die Treibhausgase, vor allem Kohlendioxid, in die Erdatmosphäre eingegriffen haben.

Durch den Abwurf der beiden Atombomben auf Hiroshima am 6.8.1945 und auf Nagasaki am 9.8.1945 wurde die planetarische Gefahr eines vernichtenden Atomtods schon 1945 der Menschheit bewußt.

Die zweite Gefahr durch einen globalen von Menschen gemachten Klimawandel wurde seit den 1970er Jahren Naturwissenschaftlern bewußt und wurde seit 1988 zu einem Thema internationaler Politik, als die Vollversammlung der Vereinten Nationen den Weltklimarat, bzw. den Intergouvernemental Panel on Climate Change (IPCC) einsetzte. Die existentiellen Gefahren eines globalen Klimawandels wurden seit Ende des Kalten Krieges (1989/1990) schrittweise der aufmerksamen Menschheit bewußt.

Crutzen verwies auf diese doppelte Gefahr: zunächst 1980 auf einen nuklearen Winter als Folge eines Atomkrieges und 2000 durch den Hinweis auf das Anthropozän, den Eingriff der Menschheit in die Natur. Die durch seine These ausgelöste Einsetzung der Arbeitsgruppe zum Anthropozän (AWG, 2009) von Geologen schlug 2019 vor, das Ende der Epoche des Holozäns und den Beginn des Anthropozäns auf die weltpolitische Zäsur von zwischen 1940-1950 festzulegen. Diese Zäsur zwischen 1940-1950 ging mit der Übernahme der Weltführungsrolle der USA einher. Es folgte das Zeitalter der Globalisierung, des Überflusses und des amerikanischen und westlichen Lebensstils.

Fast drei Jahrzehnte nach dem Beginn der globalen Klimapolitik ist die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre exponentiell gestiegen und die Kluft zwischen Zusagen und deren fehlenden Umsetzung ist gestiegen. Die physikalischen Folgen des menschengmachten Klimawandels sind auch bei uns und weltweit sichtbar:

  • die Weltdurchschnittstemperatur steigt;
  • der Anstieg des Meeresspiegels nimmt zu;
  • die Niederschläge werden unberechenbarer
  • die Häufigkeit und Intensität von Extremwetterereignissen steigt.

Seit 2000 begann in den Sozialwissenschaften eine wissenschaftliche Diskussion über mögliche Zusammenhänge von Klimawandel, Krisen und Konflikten (Brauch 2001), die seitdem kontrovers in der Wissenschaft und der Politik geführt wird. (WBGU 2007; Auswärtiges Amt, 2020).

Herausforderungen im 21. Jahrhundert
  • Die einmalige historische Chance eines friedlichen Endes des Kalten Krieges (1989/1991) wurde von der internationalen Politik nicht genutzt, eine dauerhafte Friedensordnung in Europa und in der Welt zu schaffen und die bestehenden Konflikte friedlich zu lösen.
  • Das Gift des Nationalismus kehrte nach Südosteuropa zurück und Ex-Jugoslawien zerbrach in einer Reihe gewaltsamer Kriege (von 1991/1992, 1995, 1999), es folgten die Golfkriege von 1991 und 2003, der Angriff auf die USA am 11.9.2001 und der Krieg in Afghanistan seit 2001, was zu internationalen Kriegseinsätzen der Bundeswehr führte sowie seit 2011 der Bürgerkrieg in Syrien.
  • Die alten Konflikte zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn, zwischen den Atommächten Indien und Pakistan blieben ungelöst. Das alte hobbesianische strategische Denken war zurückgekehrt. Die Abrüstungsabkommen und die Klimaabkommen konnten im amerikanischen Senat nicht ratifiziert werden. Die internationale Abrüstungsdiplomatie ist seit 2000 eingefroren.
  • Der zweite Rio-Gipfel vom Juni 2012 war ein Fehlschlag. Der Pariser Vertrag zum Klimawandel vom Dezember 2015 verzichtete auf für alle Staaten verpflichtende Reduzierungsmaßnahmen.
  • Wenn die bisher freiwillig erklärten Maßnahmen von den Staaten voll umgesetzt würden, werden die Treibhausgasemissionen bis 2050 auf über 3°C ansteigen statt der im Pariser Abkommen angestrebten Begrenzung auf 1,5° - 2°C.
Vision des Stifters

Hier setzen die Vision des Stifters, die Ziele der Stiftung und des geförderten Wissenschaftspreises an.

  • Die Friedensökologie ist ein im Entstehen befindlicher wissenschaftlicher Ansatz, der versucht, konzeptionelle Brücken zwischen der Friedensforschung und vielfältigen ökologischen Ansätzen in der Wissenschaft und in der politischen Praxis (z.B. in den Vereinten Nationen) zu schlagen.
  • Für den Stifter und die HGBS sind der Wissenschaftspreis und die Schülerpreise Experimente, durch die eine breitere und umfassendere Herangehensweise beim Problemverständnis und möglichen Lösungsstrategien gefördert werden soll.
  • Das Hauptziel des Stifters ist es, durch Aufklärung und durch die Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Bildung zu einem Nachdenken über unser Verhalten und unsere Rolle im globalen Umwelt- und Klimawandel beizutragen und das Bewusstsein über unsere soziale Verantwortung auch für zukünftige Generationen zu schärfen.
  • Dies erfordert eine kooperative Beziehung zwischen der Vision des Stifters, den Zwecken und Zielen der Stiftung und - beim Schülerpreis - den beteiligten bis zu fünf allgemeinbildenden Gymnasien im Neckar-Odenwald-Kreis.
  • Für den Wissenschaftspreis ist eine Analyse der Entwicklungen von Forschungen im Grenzbereich zwischen Friedensforschung und Ökologie unverzichtbar.
  • Die Mitglieder der international Jury sollen mit der Forschung zu Fragestellungen von Frieden und Ökologie bzw. der Friedensökologie und einer ökologischen Friedenspolitik vertraut sein.

Ziel dieses intellektuellen Experiments ist ein gemeinsamer Lernprozess zwischen wissenschaftlicher Analyse und deren schnelle Umsetzung in die schulische Praxis, bei der die beteiligten Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler neue Erfahrungen sammeln sollen.

Dokumente zum Wissenschaftspreis

Konzeptpapier des Wissenschaftspreises

Ausschreibung des Wissenschaftspreises 2023

Querverweise zu den Grundthemen
Ökologischer Umbau der Industriegesellschaft

Seit Ende des Kalten Krieges (1989/ 1990) hat der globale Umweltwandel und Klimawandel als zentrale Herausforderung für unser Leben an Bedeutung gewonnen. Das Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 hat als verbindliches Ziel eine Stabilisierung der globalen Durchschnittstemperatur auf 1,5-2°C über der Höhe vor der Industriellen Revolution vereinbart.

Die Bundesregierung und alle 27 Mitglieder der Europäischen Union haben im Dezember 2019 als Ziel eines „Europäischen Grünen Deals“ bis zum Jahr 2050 eine Klimaneutralität vereinbart. Damit wird ein völliger Umbau unserer Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bis 2050 erforderlich, den die Schülerinnen und Schüler in ihrem aktiven Berufsleben erfahren werden.

Wie können die Schülerinnen und Schüler über die gesellschaftlichen Folgen dieses Umbaus sensibilisiert werden? Wie lässt sich dieser grundlegende Umbau friedlich und sozialverträglich gestalten?

Die internationale und nationale Politik hat auf die globale Corona-Pandemie (seit 2020) schrittweise auf die ständig neuen Herausforderungen reagiert und hofft, diese Bedrohung für unsere Gesundheit und Wirtschaft durch eine globale Impfung und Hygienemaßnahmen allmählich zu überwinden.

Für die weit gravierenderen Folgen des von uns Menschen verursachten globalen Umwelt- und Klimawandels gibt es keine Impfung.

Was geht uns das an?

Der sechste Sachstandsbericht des Weltklimarats (IPCC 6 AR, 2021/2022) fasst das gesicherte wissenschaftliche Wissen zum Klimawandel zusammen.

Dieses Wissen beeinflusst die Zukunft der Schülerinnen und Schüler. Klimakatastrophen nehmen zu und die Zahl der Klimaopfer steigt durch:

  • steigende Temperaturen (2021 in Nordamerika und im Mittelmeerraum bis und über 50°C, Grönland bis 20°C)
  • Zunahme des Starkregens und der Überschwemmungen (China, Japan, USA, Deutschland (Ahrtal) u.a.
  • Unsere Wälder sind bedroht. Das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 erfordert einen grundlegenden Wandel der Industriegesellschaft und unseres Lebensstils.
Was können wir tun?
  • Mit diesen Herausforderungen für ihr Leben sollten sie die Schülerinnen und Schüler auseinandersetzen und sich darauf vorbereiten.
  • Sie sollten darüber nachdenken, diskutieren und sich engagieren, was Sie lokal tun und ändern können.
  • Es geht um die Zukunft der jungen Generation. Das Bundesverfassungsgericht stellte dies im April 2021 fest, als es das deutsche Klimagesetz ablehnte.
Dokumente zu den Schülerpreisen

Konzeptpapier für den Schülerpreis (März 2021)

 

 

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