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  Stiftungshaus mit Bibliothek und Archiv  

Vom Archiv im Keller bis unter das Dach sind im Anbau von Hans Günter Brauchs Elternhaus Bücher und Dokumente eingezogen. Foto: Lahr

  • Mosbach: Ideologie allein reicht nicht aus
  • Mosbacher Politikwissenschaftler: Hans Günter Brauch ist auf "Friedensmission"
  • Nobelpreisträger Prof. Dr. Paul J. Crutzen: Klima-Wissenschaftler steht im Goldenen Buch von Mosbach
  • Klimawandel: "Jeder sollte erkennen: Das geht mich auch was an"

Das Wohn- und Arbeitshaus des Stifters mit Prof. Dr. Paul J. Crutzen (Niederlande) und Meah Mostafiz (Bangladesh), Doktorand der Universität Heidelberg.

Prof. Dr. Paul J. Crutzen nach seinem Rundgang durch die private Bibliothek des Stifters.

 

Vom Mosbacher Buchbindersohn zum "Buchmacher"

Brauch wirkt als Forscher und Herausgeber. Seine Schwerpunkte sind die Friedensforschung und die Ökologie im Anthropozän.

Von Peter Lahr

Mosbach. "Ich schmökerte gerne in den alten Werken. Aber ich wollte Bücher nicht binden, sondern sie lesen, schreiben und ‚machen‘", beschreibt Hans Günter Brauch rückblickend, weshalb er als Sohn des Mosbacher Buchbindermeisters Helmut Brauch nicht ganz in die Fußstapfen des Vaters trat. Immerhin verbindet beide die Liebe zum Buch, zum gedruckten Wort und zum Austausch darüber. Auch im Anschluss an seine wissenschaftliche Laufbahn, die den Politikwissenschaftler, Historiker, Völkerrechtler und Anglisten beinahe um die ganze Welt führte – nur die Südsee blieb ein nie gesehener Sehnsuchtsort – kennt Brauch keinen Ruhestand. Er gibt seit Jahren wissenschaftliche Bücher heraus – und erlebte dabei eine "Revolution" auf dem Verlagssektor. Die RNZ traf den umtriebigen Forscher und Kunstliebhaber in seiner mehrstöckigen Haus-Bibliothek – inklusive Archiv zum Thema "kalter Krieg".

"Das war das schönste Buch, das ich nicht geschrieben habe", merkt Hans Günter Brauch zu dem selbst bis ins Detail geplanten Anbau seines Elternhauses an. Vom Archiv im Keller bis unter das Dach sind hier Bücher und Dokumente eingezogen. Allein 40 Archivschränke im Keller beinhalten Quellen zur Friedensforschung – vom kalten Krieg bis zum Golfkrieg. "Ich glaube nicht, dass es in Deutschland noch so eine Sammlung gibt", mutmaßt der Wissenschaftler, der manche US-Unterlagen säckeweise nach Mosbach transportierte – und damit auf einige Zollbeamte verdächtig wirkte.

Zehn Jahre lang unterstützte die Berghof-Stiftung den Forscher Brauch beim Aufbau des Archivs. Unterrichtet hat er in all den Jahren allein an zehn unterschiedlichen deutschen Universitäten. Dazu kamen Gastprofessuren in Malaysia, Thailand und Mexiko. Masken, Skulpturen und Gemälde erinnern nicht nur an die Forschungsreisen. Manches Motiv fand auch den Weg auf einen Buchtitel. "Wir hatten auch eine Ein-Mann-Druckerei in Mosbach", kommt Brauch auf die Tätigkeit der "Afes Press" zu sprechen. Seit 1987 ist er Vorsitzender der "AG Friedensforschung und Europäische Sicherheitspolitik".

Auch wenn die geschätzt 50.000 Bücher bislang aus Kostengründen nicht katalogisiert sind – Hans Günter Brauch kennt die Geschichte zu jedem Exemplar. Dass Jimmy Carter "Die Raketen kommen" von Hand signiert hat, darüber freut sich Brauch dann schon. Überhaupt all die Begegnungen unter Forschern, die auch in Mosbach stattfanden und häufig einem späteren Paradigmenwechsel vorangingen.

"Mein Ziel war es, die Konfliktparteien zusammenzubringen", kommt er auf die ihm bis heute wichtige "politische Mission" hinter den englischsprachigen Publikationen zu sprechen. Für ein Buch über die Wasserressourcen im Mittleren Osten brachte er nicht nur die Forschungsarbeiten von Juden, Christen und Muslimen zwischen zwei Buchdeckeln zusammen, sondern man traf sich auch vor Ort: "Tagsüber wurde kontrovers diskutiert, abends gemeinsam gesungen. Das war eine sehr warme Atmosphäre."

Eher durch Zufall kam Brauch 1996 zum Springer-Verlag. Denn sein damaliges Werk über die Klimapolitik saß fachlich zwischen recht vielen Verlagsstühlen. Ein Springer-Mitarbeiter wagte den Druck und siehe da, "es ging dann sehr gut". Das war sein Einstieg. Allein seit 2012 hat Brauch für Springer 150 Bücher veröffentlicht und fünf englischsprachige Buchreihen herausgegeben. Diese fassen inhaltlich die weltweit geführten wissenschaftlichen Diskussionen rund um die Themen Klimawandel, Anthropozän und Sicherheit zusammen. Brauch sieht als notwendige Konsequenz des Klimawandels den völligen Umbau der Industriegesellschaft. "Der Übergang zur Nachhaltigkeit geht nicht ohne Schmerzen. Das sozial abzufedern, ist die wichtigste Aufgabe der Gegenwart."

Nebenbei erlebte Brauch, wie aus einem Familienverlag, der auf Deutsch publizierte, ein multinationaler Konzern und zweitgrößter Wissenschaftsverlag wurde. Gedruckt wird mittlerweile in Madras/Chennai (Indien). Doch bis heute gilt eine Prämisse: "Wenn man rote Zahlen produziert, ist man schnell raus."

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Brainstorming mir Prof. Crutzen am 31.5.2017 (Vorabend des 70. Geburtstags des Stifters) zur Politik im Anthropozän. Die Videos zu diesem Brainstorming mit allen Beiträgen sind hier.

Brainstorming zur Politik im Anthropozän mit Nobelpreisträger Prof. Paul Crutzen am 31.5.2017.

Gruppenfoto nach der Eintragung von Prof. Dr. Paul J. Crutzen ins Goldene Buch der Stadt Mosbach mit Teilnehmern des Brainstormings und Georg Nelius, als Stellv. des Oberbürgermeisters, OStD Jochen Herkert, Leiter des Nicolaus Kistner Gymnasiums, und Herrn Raimar Wiegand, Leiter der Mediathek der Stadt Mosbach.

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